Die Spezialisierung der Feuerwehr: Von der Brandbekämpfung zur Facheinheit

 

Bereits in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren zeichnete sich ab, dass das Aufgabenspektrum der Feuerwehr weit über das klassische Löschen und Bergen hinausgehen würde. Da stetig neue, komplexe Anforderungen hinzukamen, entwickelten die einzelnen Löschzüge im Stadtgebiet spezifische Schwerpunkte. Neben den Standardaufgaben – der Brandbekämpfung und der Technischen Hilfeleistung (TH) – fokussierten sie sich auf Fachbereiche wie den Rettungsdienst, Wald- und Vegetationsbrände oder die Gefahrgutabwehr.

Heute verfügt jeder Löschzug über ein eigenes „Steckenpferd“. Während die Feuer- und Rettungswache Zinkenburg den Großteil der Sonderfahrzeuge für Spezialaufgaben (z. B. schwere technische Hilfe, Gefahrgutbekämpfung oder Aus- und Weiterbildung) vorhält, übernehmen die freiwilligen Löschzüge im Stadtgebiet ebenfalls wichtige Sonderfunktionen:

 

Die Standorte und ihre Schwerpunkte

 

Löschzug 1 Zinkenburg;

 

„Der interne freiwillige Löschzug an der Feuer- und Rettungswache Zinkenburg unterstützt durch die Besetzung von Fahrzeugen für spezifische Aufgaben, wie zum Beispiel in der Logistik, der Atemschutzlogistik, der Wechselladerlogistik, der Wasserrettung oder der Öl- und Chemiebekämpfung. Neben diesen Aufgaben werden auch Fort- und Weiterbildungen durchgeführt, wofür entsprechendes Gerät und Fachfahrzeuge bereitgestellt werden.“

 

Löschzug 2 Grömersheim :

 Aufgrund der unmittelbaren Nähe des Ortskerns Grömersheim zur Autobahn hat sich dieser Standort in den letzten Jahren auf Autobahneinsätze spezialisiert. Da die Technische Hilfeleistung bei steigendem Verkehrsaufkommen immer anspruchsvoller wird, wurde der Fuhrpark des Löschzuges gezielt für diese Szenarien modernisiert und als eine taktische Einheit (VRW/TLF) konzipiert.

 

 

Löschzug Neustadt LZ 3 :

 Seit Jahrzehnten liegt der Fokus hier auf der Erkundung und Behandlung von Gefahrstoffen. Daraus hat sich die heutige Messeinheit des Löschzuges entwickelt, die bei Chemie- oder Umwelteinsätzen unverzichtbar ist. In diesem Löschzug sitzen die meisten Experten im Stadtgebiet, wenn es um Chemie- und Umwelteinsätze geht. Daher ist auch hier der Ausbildungsschwerpunkt ein zentrales Thema im Löschzug.

 

 

Löschzug 4 Kletten:

Hier liegt die Expertise im Bereich der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung, gestützt durch zahlreiches Fachpersonal. Ein weiteres Standbein ist die medizinische Kompetenz: Da viele Mitglieder ehrenamtlich beim DRK Kletten aktiv sind, wurden hier bereits in den 1990ern die ersten First-Responder-Lehrgänge des Stadtgebiets durchgeführt. Diese Tradition sichert bis heute eine qualifizierte Erstversorgung an allen Standorten.

 

Löschzug 5 Bertelsdorf:

Auch dieser Zug widmet sich schwerpunktmäßig der medizinischen Erstversorgung (First Responder) und der Lageerkundung. Eine Besonderheit ist die beschaffte Drohne, mit der Einsatzstellen aus der Luft erkundet und dokumentiert werden können. Ebenfalls ist der Löschzug in das MANV-Konzept („Massenanfall von Verletzten“) eingebunden, um die Lageunterstützung breit aufzustellen.

 

Löschzug 6 Retz:

In den letzten Jahren hat dieser Löschzug sein Profil geschärft. Neben der Erkundung und Aufklärung von Einsatzstellen (besonders bei Wald- und Vegetationsbränden) liegen die Schwerpunkte auf der Verpflegung und der Einsatzhygiene, unter anderem mit einem Schnelleinsatzzelt. Passend dazu wurden 2025 spezifische Fahrzeuge angeschafft, um die Logistik und Versorgung der Einsatzkräfte in den ersten Stunden sicherzustellen.

 

Einsatzmöglichkeiten des Zeltes und der Hygiene-/Versorgungsgruppe sind z. B.:

  • Erstversorgung bei Großeinsätzen

  • Verpflegung bei Großeinsätzen

  • Sichtschutz bei der Verletztenbehandlung

  • Notunterkunft bei Evakuierungen

  • Sammelpunkt für Atemschutzgeräteträger



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